Der dritte Tag


Von Brücken zu Schleusen

Neue Abenteuer in Friesland warten an Tag 3 auf euch!

Nachdem ihr die ersten beiden Tage auf dem Wasser erfolgreich gemeistert habt, steht euch nun das Abenteuer Schleuse bevor. 
Genau wie am vorherigen Tag, bekommt ihr heute alle Infos, Hinweise und Tipps & Tricks von uns und wir durchqueren gemeinsam unsere erste Schleuse.

Viel Spaß beim Lesen!

Das nächste Abenteuer wartet!

Zuerst stellt sich natürlich die Frage, ob ihr überhaupt in eurem Urlaub eine Schleuse passieren müsst. Diese Frage können wir euch nicht beantworten, da ihr eure Routen frei wählen könnt! Und ja, ihr könnt mehr als genug Orte und schöne Liegeplätze in der Natur erkunden, ohne, eine Schleuse zu passieren. Dennoch empfehlen wir euch, weiterzulesen, damit ihr zumindest mal davon gehört habt und im Fall der Fälle, euch korrekt verhalten könnt. Ähnlich, wie gestern bei den Brücken, sind solche Dinge beim ersten Mal aufregend und spannend, für manche herausfordernd und für manche auch entspannt.
Für uns war es beim ersten Mal auf jeden Fall aufregend! Wir hatten uns im voraus schon informiert und mal bei YouTube nach Schleusen Bootfahren gestöbert. Neben den informativen Videos, wurden uns auch einige Fail & Crash Videos angezeigt, die wir leider zuerst gesehen haben und uns nur dachten: "Vielleicht suchen wir uns auch eine Route, die nicht so eine Herausforderung ist, nachher geht noch was kaputt!". Da das Passieren, sofern alles korrekt beachtet wird, gar nicht so herausfordernd und gefährlich ist, empfehlen wir euch diese Art von Videos erst gar nicht zu schauen. Falls ihr es doch tut und neugierig seid (so wie wir), lest bitte erst bis zum Ende!

Schleuse, Schleusen>  [ˈʃl͜ɔyzə]

Jetzt klären wir aber erstmal auf, was genau eine Schleuse ist und wie wir diese dann passieren können.
Eine Schleuse funktioniert wie ein "Wasseraufzug" für Boote. Sie besteht aus einer Kammer mit Toren an beiden Enden, die es erlaubt, den Wasserstand anzupassen. Dadurch können Boote zwischen Gewässern mit unterschiedlichen Höhen wechseln, etwa von der Nordsee in gezeitenfreie Binnengewässer.
Auch, wenn ihr gerade nicht unbedingt in die Nordsee fahren wollt, kommt es auf manchen Routen vor, dass geschleust wird. Entweder müsst ihr ein wenig höher, oder etwas weiter runter geschleust werden.

Der Ablauf:


  1. Einfahrt: Das Boot fährt bei geöffnetem Tor in die Schleusenkammer ein.
  2. Schließen: Das Einfahrtstor wird geschlossen.
  3. Wasserstandanpassung: Je nach Richtung wird Wasser in die Kammer gelassen oder abgelassen.
  4. Ausfahrt: Wenn der Wasserstand angeglichen ist, öffnet sich das andere Tor, und das Boot kann ausfahren


Das klingt sehr einfach. Ist es auch! Was es nur spannend macht, ist die Anwesenheit von anderen Booten und auch der Berufsschiffahrt.
Das bedeutet, auch die Riesen Schiffe fahren mit euch in die Schleuse ein und stehen vor; hinter; neben euch. Auch hier gilt wieder: Die Berufsschiffahrt hat Vorfahrt, daher würden wir euch empfehlen, dass ihr frühzeitig vor Anfahrt der Schleuse schaut, ob hinter euch eins dieser Schiffe ankommt. Ihr könnt auch normalerweise vor der Schleuse halten und festmachen und könntet dann, nach dem Riesen Schiff einfahren.
Auch hier gilt, während des gesamten Vorgangs: Ruhe bewahren.
Im Idealfall, habt ihr beidseitig eure Fender ausgebracht, sodass sie in einer korrekten Höhe hängen.
Sobald die Tore geöffnet sind (vollständig) und das Wasser ruhig erscheint, könnt ihr mit der Einfahrt beginnen. 
Fahrt möglichst weit nach vorne rein, sofern mit euch noch andere Boote schleusen wollen,
Wenn ihr nun eingefahren seid, könnt ihr euer Boot mit den Leinen sichern. Dafür gibt es genügend Möglichkeiten an den Seiten, bei denen es allerdings eine wichtige Sache zu beachten gibt:
Niemals komplett fest machen!
Da sich in der Schleuse der Wasserstand verändert, müssen die Leinen auf Slip gelegt sein, damit ihr sofort reagieren könnt und euch an die Veränderung des Wasserstandes anpasst.
Nachdem der Vorgang abgeschlossen ist, könnt ihr nach der vollständigen Öffnung der Tore, ausfahren.
Unser Tipp: Aktiviert vor der Einfahrt eure Strahlruder, damit ihr auch im Notfall schnell reagieren könnt und das Boot parallel manövrieren könnt.

Übung macht den Meister!

Wir sind gemeinsam aus dem Heimathafen ausgelaufen, haben Anlegemanöver als Crew geübt und konnten an wunderschönen Liegeplätzen die Abende und eine erholsame Nacht genießen. Zudem konnten wir die ersten Brücken und unsere erste Schleuse souverän und entspannt passieren. Jetzt seid ihr gewappnet für euren restlichen Urlaub und es gibt kein großes Hindernis mehr, was es zu bewältigen gilt. Ab jetzt könnt ihr selbst an den Feinheiten arbeiten und eure Manöver und Skipper/Crew Skills verbessern. Zum Ende dieses Artikels möchten wir euch noch ein paar Hinweise für die Rückkehr an die Hand geben, damit ihr das Boot sicher und korrekt abgeben könnt.

Rückkehr in den Heimathafen:

Wir würden euch empfehlen, dass ihr eure letzte Nacht in der Nähe des Heimathafens verbringt, sodass ihr am Tag der Rückreise nicht noch 3 Stunden an Fahrt zurücklegen müsst und entspannt in den Tag startet. Meistens werden die Boote am Vormittag zurückgegeben, sodass die Hafen-Crew genügend Zeit hat, das Boot für die nächsten Gäste vorzubereiten.
Auf den Booten befindet sich immer ein langer Schrubber, mit dem wir das Deck einmal reinigen, bevor wir losfahren. Je nach Jahreszeit, habt ihr mal mehr- und mal weniger Dreck an Bord. Wir mögen es einfach gerne, wenn wir etwas in dem gleichen Zustand zurückeben, wie wir es erhalten haben. Darüber freuen sich auch übrigens die Häfen und sie freuen sich dann umso mehr euch beim nächsten Mal wieder begrüßen zu dürfen.
Wir haben für uns geregelt, dass während der Rückfahrt aufgeräumt wird und dann nochmal gründlich geschaut wird, ob alles funktionsfähig ist und alle persönlichen Gegenstände beisammen sind.
Bei manchen Charterhäfen muss das Boot vollgetankt abgegeben werden. Dazu könnt ihr nach einer Tankstelle Ausschau halten oder, wie bei Marrenvloot, einfach im Hafen das Boot tanken lassen. Das finden wir sehr praktisch, denn das einzige was ihr dafür tun müsst, ist das Boot an den Tankplatz zu fahren, der in der Boxenreihe ist, von der aus ihr auch gestartet seid.
Bevor ihr im Hafen einlauft, könnt ihr auch vorher einmal anrufen und Bescheid geben, damit euch beim Anlegen und Einweisen in die Tankbox geholfen werden kann (Empfehlenswert ist ein Anruf 30-60 Minuten vorher). Nachdem ihr dann euer Gepäck vom Boot gebracht habt, empfehlen wir euch, das Boot mit einem Crewmitglied des Hafens zu checken, damit beide Seiten sicher sind, dass ihr nichts beschädigt habt. Sollte doch mal etwas kaputtgehen, ist ja logisch, dass dem Hafen Bescheid gegeben wird (Karma etc.).
Unser Tipp: Gebt der Crew im Hafen gerne ein Feedback zum Boot und eurem Urlaub, damit auch in Zukunft für euch das Erlebnis stetig verbessert werden kann und manche Dinge oder auch Mängel erst beim richtigen Einsatz bemerkt werden.

Wir hoffen, dass wir euch mit diesen Artikeln einen ersten und groben Überblick zu eurem ersten Traumurlaub auf dem Wasser geben konnten und dass ihr nun eine Vorstellung habt, was euch erwartet.
Wir werden ab und zu die Einträge auf dieser Seite erweitern und auch aktualisieren, damit ihr eine Art Ratgeber habt, um euch vorzubereiten, oder auch nachschlagen könnt, falls ihr auf dem Wasser seid und Fragen habt.

Wir freuen uns immer sehr, von euch zu hören und sind immer offen für Feedback zu unseren Artikeln. Gerne dürft ihr uns auch über Instagram kontaktieren, falls ihr Fragen habt oder ihr gerade auf einem der Boote aus der Marrenvloot-Flotte Urlaub macht!

Wir wünschen euch viel Freude bei eurem ersten Urlaub und sehen uns auf dem Wasser!